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Tankzug Bebra - die mobile Tankstelle
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Nicht immer standen der Deutschen Bundesbahn alle notwendigen Einrichtungen für die Gewährleistung eines reibungslosen Betriebsablaufes zur Verfügung. Fehlende Ausstattungsgegenstände oder besondere Betriebssituationen mussten durch Eigeninitiative und Improvisationsgeschick ausgeglichen werden. Ein solches Beispiel ist das Unikat des Tankzugwagens des Bw Bebra. Dieser Beitrag beschreibt den Bau dieses Betankungsgespanns auf der Basis des Zurüstsatzes der Firma Weinert Modellbau.
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Durchfahrtsgleis 2 am Bahnsteig 1. Dort wurde der Schnellzug erwartet, der mit höchster Präzision direkt neben dem Pumpenwagen zum Stehen gebracht werden musste. Dies war kein leichtes Unterfangen bei einer Leistung von zehn bis zwölf D-Wagen am Haken. Der Tankmannschaft standen dann nur drei bis vier Minuten Aufenthalt zur Betankung zur Verfügung. Nach dem Stillstand der Lokomotive wurde die Bühne zum Tender und der Ölleitungsgalgen über die Einfüllöffnung geschwenkt. Sodann erfolgte die Befüllung des Tenders. In dieser Zeit kontrollierte das Lokpersonal das Fahrwerk, während eine andere Mannschaft die Wasservorräte ergänzte. So wurde mit dem umgebauten G-Wagen für diese besondere Betriebssituation eine separate und spezielle Lösung gefunden.
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Vor dem Lackieren werden die Bauteile zur Probe angefügt und der passgenaue Sitz überprüft.
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Der Modellbausatz
Die Firma Weinert Modellbau brachte nun den im letzten Jahr angekündigten Zurüstsatz für einen G10 zur Auslieferung. Der Umbausatz enthält die Ausstattungsteile zur Aufrüstung eines G10 und die Teile um die Verbindung zu einem Tankwagen herzustellen. Vor dem Umbau ist es ratsam dem Literaturhinweis der Firma Weinert auf das Heft „Bahn & Modell 2/89“ zu folgen, da in einem Artikel einige, interessante Vorbildaufnahmen zu finden sind. Der Umbau bzw. die zusätzlichen Änderungen am Wagenmodell wurden aufgrund der in diesem Heft abgedruckten Vorbildaufnahmen vorgenommen.
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Der Pumpenwagen
Für diesen Umbau werden ein Modell eines G10 als Basis für den Pumpenwagen und das eines vierachsigen Tankwagen benötigt. Das Modell von Fleischmann (Nr. 5352) wurde für den Pumpenwagen ausgewählt, da es bewegliche Türen besitzt. Natürlich sind auch Modelle anderer Hersteller zu verwenden. Jedoch müssen dann die Türen geöffnet und durch entsprechende Ersatzteile zugerüstet werden, da dem Bausatz auch Teile für das Wageninnere beigefügt sind. Zudem ist der Fleischmann G10 sehr gut detailliert und bedarf nur noch einiger Verfeinerungen. So wurden neben den Bauteilen des Umrüstsatzes, Federpuffer (Nr. 8614) mit Sockelplatten (Nr. 8603), Rangiergriffe aus 0,3 mm Messingdraht (Nr. 9300), Rangiertritte (Nr. 8737), Bremskupplungen (Nr. 8286), Kupplungsflansche (Nr. 8643) und Federkupplungen (Nr 8633) von Weinert zugerüstet. An der dem Tankwagen zugewandten Seite werden die vorhanden Rangier- und Stirnwandtritte abgetrennt. Ebenso entfernt man die angegossenen, nicht freistehenden Griffstangen an den Eckholmen und die Schlußscheibenhalter. Die entfallenen
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bzw. abgetrennten Nieten werden durch versenkte 0,3 mm Messingdrahtstücke nachgebildet. Aus dem gleichen Material entstehen die Rangiergriffe unterhalb der Pufferbohle und die gekröpfte Griffstange am linken Seitenholm. Die Pufferbohle erhielt Federpuffer mit Sockelplatten, eine funktionierende Kupplung mit Kupplungsflansch, einen Bremsschlauch und an der linken Seite auch einen Rangiertritt. Zwar besitzt das Vorbild - wie auch das Modell - keine Bremsen, jedoch ist davon auszugehen, daß mit dem Heißdampf der Heizung die Ölpumpe des Wagens betrieben oder zumindest geheizt wurde. Zudem wurden am Modell Bremskupplungen verwendet, die als Bremsschlauch einen Silikonschlauch beigefügt haben. So lassen sich die beiden Wagen später vorbildgerecht verbinden. Auf der anderen Seite wurden ebenfalls die Griffstangen, die Schlussscheibenhalter, die Stirnwand- und Rangiertritte abgetrennt. Die Stirnwandtritte kann man durch zwei Tritte aus Messingguss von Bavaria (Nr. 15.45) ersetzen. Die Pufferbohle erhielt neben Federpuffern neue Rangiergriffe, einen Bremsschlauch, eine Kupplung und an jeder Seite einen Rangiertritt. Ebenso wurden an jedem Eckholm eine gekröpfte Griffstange aus 0,3 mm Messingdraht und die Loklaternen (erst nach dem Lackieren montieren!) aus dem Zurüstsatz montiert. Bleibt noch zu erwähnen, dass an den vier Eckholmen unten Zurrösen aus dem Güterwagenzurüstsatz (Nr.9254) von Weinert angebracht wurden. Nach der Vorgabe des Bausatzes sind mit Hilfe der beigepackten Schablone die Bohrungen und die Öffnung auf dem Wagendach zu erstellen.
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Jedoch ergab der Vergleich mit dem Vorbild, dass der mittlere Holm des Stützbockes für den Schwenkarm nicht zur Wagenmitte, sondern zum Wagenende montiert werden muss. Ansonsten ist der sehr guten Bauanleitung mit der Explosionszeichnung Folge zu leisten. Es bleibt an dieser Stelle noch zu erwähnen, dass aufgrund des Vorbilds zwei zusätzliche Veränderungen am Wagenmodell vorzunehmen sind. So ist zum Einen auf der Seite, an der die dreistufige Aufstiegsleiter und die Ölzuleitung anzubringen sind, eine Griffstange in der Mitte der Türöffnung zuzurüsten. Zum Anderen ist auf der gegenüberliegenden Seite eine Lüftungsklappe aus der Seitenwand zu entfernen. Diese fehlte beim Vorbild um ein bessere Belüftung des Wageninneren zu erzielen. Zu guter Letzt wurden dem Modell noch Ho-pur-Radsätze aus dem BahnSinnShop spendiert. Da mit diesem Wagen keine grossen Streckenleistungen zu erwarten sind und durch die fehlenden Bremsen die Sicht freigegeben wird, ist der Anblick dieser vorbildgerechten Radsätze ein Genuss.
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Farbgebung und Beschriftung
Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, ist der Wagen bzw. sind die Wagenteile zu lackieren. Der Rahmen erhält eine schwarze und der Wagenkasten eine rotbraune Lackierung. Diese kann sich auf die zugerüsteten Teile
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beschränken. Die Lackierung für die Teile des Zurüstbausatzes ist der Bauanleitung zu entnehmen und dementsprechend durchzuführen. Diesen Arbeiten folgt die Neubeschriftung des Modells. Dem Bausatz liegen dazu Nassschiebebilder bei. Diese enthalten Beschriftungen sowohl für den Wagenkasten, als auch für den Rahmen. Leider ist die Wagennummer im Vergleich zum Vorbild nicht korrekt. Anstatt der „102 073“ trug der Wagen die Nummer „102 173“. Mit Hilfe anderer Wagenbeschriftungen von Weinert oder Gaßner kann dieser Fehler jedoch korrigiert und auf dem Modell die richtige Nummer anbracht werden. Wenn nun alle Teile zugerüstet sind, ist dieser Wagen fertig und man kann sich dem Tankwagen zuwenden.
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Der Tankwagen
Für den Tankwagen fiel die Wahl auf das vierachsige Modell der Firma Piko (Nr. 54371). Auch dieses wurde mit einigen Artikeln der Weinert verfeinert. So erhielten auch hier beide Pufferbohlen Federpuffer (Nr. 8614) mit Sockelplatten (Nr. 8603), Rangiergriffe aus 0,3 mm Messingdraht (Nr. 9300), je eine Kupplung (Nr. 8633) mit Kupplungsflansch (Nr. 8643) und einen Bremsschlauch (Nr. 8286). Damit die Kupplungen vorbildgerecht funktionieren, sind auf der Unterseite des Wagens die vorhandenen Kurzkupplungs-Kinematiken zu entfernen. Aus dem Zurüstsatz des Bausatzes wird für diesen Wagen nur ein Stück 0,7 mm Messingdraht zur Nachbildung des Schlauchflansches und einer Befestigungsöse für den Schlauch zur Verfügung gestellt. Der Flansch findet seinen Platz an der Entleerungseinrichtung des Wagens. Ein kleines Stück 0,3 mm Messingdraht wurde noch zusätzlich als Ventilhebel auf dieser Einrichtung befestigt. Dabei ist darauf zu achten, daß der Hebel auf der Seite mit dem angeschlossenen Schlauch parallel zur Leitungsachse, und auf der anderen Seite quer zur Leitungsachse aufgeklebt wird. So werden die unterschiedlichen Ventilstellungen dargestellt. Die Öse bzw. der Schlauchhalter ist entgegen den Angaben der Bauanleitung nicht direkt auf der Höhe des Rahmens anzubringen. Den Vorbildabbildungen ist zu entnehmen, dass dieser Schlauchhalter aus einer Art beweglichem Hebel bestand und ein wenig höher war. Dementsprechend muss der Halter ausgebildet und am Wagenmodell befestigt werden. Mit diesem Detail ist die Zurüstung abgeschlossen.
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Der Schlosser erhält die letzten Anweisungen um die Pumpe für den nächsten Einsatz vorzubereiten.
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Einen Beschriftungssatz für diesen Tankwagen ist dem Bausatz nicht beigefügt, aber auch nicht notwendig, da keine besondere Beschriftung den Fotos zu entnehmen ist. Jedoch trägt das Piko-Modell die Eigentumszeichen der Firma EVA. Diese sind auf dem Vorbildwagen natürlich nicht vorhanden und deshalb zu entfernen. Dabei ist Vorsicht geboten, denn handelsüblicher Verdünner wie z.B. von Revell löst den vorhanden Farbauftrag ab und den darunter befindlichen Kunststoff an. Dies führt zur Beschädigung der Oberfläche, die sich nur schwer wieder instandsetzen lässt. Einfacher ist es die Hoheitszeichen mit feinem Nassschleifpapier (Körnung über 1.000) vorsichtig abzuschleifen. Bei diesem Arbeitschritt sind gleichzeitig die Gussnähte auf dem Behälterscheitel zu entfernen. Jedoch wird auch durch diese Bearbeitung eine Neulackierung des Tankes notwendig. So werden der Tank steingrau (RAL 7030) und der Rahmen schwarz (RAL 9005) lackiert. Nach dem Trocknen der Farbe erhält der Wagen noch Bremsecken aus dem Gaßner- Beschriftungssatz G 390 und wird dann zusammengebaut. Bei diesem Modell wurden keine HO-pur-Radsätze eingebaut, da die Drehgestellblenden den Blick auf die Räder versperren. Jedoch sind die Spurkränze auf RP 25 abgedreht und brüniert worden.
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Betriebsalltag
Natürlich müssen auch diese Wagen dem Vorbild entsprechend mit Alltagsspuren versehen werden, um ihnen ein realistisches Aussehen zu verschaffen. Durch den rauhen und meist recht hektischen Einsatz trat die Pflege dieser Einsatzwagen in den Hintergrund. So sind Schmutz- und Rostspuren an den Fahrzeugen zu finden. Zusätzlich sind beim Tankwagen auf den Vorbildfotos deutlich Ölspuren von dem Einfüllstutzen herab zu erkennen. Auch diese sollten im Modell umgesetzt werden. Das so fertiggestellte Gespann kann nun aufgegleist und über die Originalkupplung, dem Brems- und Ölschlauch verbunden werden. Sodann steht einer ersten „fliegenden“ Betankung oder einer Jungfernfahrt mit einer BR 56 – vielleicht auch von Weinert – nichts mehr im Wege.
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