Schneepflug

„Schienenräumer für die V 100 von Krüger Modellbau“

Der nächste Winter kommt bestimmt…

Auch wenn der nächste Winter noch weit ist, so wird er unausweichlich auf uns zukommen. Natürlich hoffen wir alle, dass er uns nicht wieder mit so katastrophalen Ereignissen wie beim letzten Mal heimsucht, sondern uns nur mit seinen schönen Seiten erfreut.

Um einen reibungslosen und sicheren Bahnverkehr zu gewährleisten, müssen die Gleise von Schneemassen weitestgehend freigeräumt sein. Damit nicht bei jedem Schneefall ein Schneepflug oder gar eine Schnee-schleuder ausrücken muss, hat die Bahn eine praktikable und überaus wirtschaftliche Lösung gefunden. So rüstet sie Triebfahrzeuge mit niedrigen Schienenräumern aus, die in der Lage sind geringe Schneehöhen beiseite zu schieben.

Der neue Schieneräumer von Krüger Modellbau steht der 212 169-7 gut, auch wenn das entsprechende Vorbild nicht damit ausgerüstet war!

Durch solche im Plandienst eingesetzten Fahrzeuge werden so immer wieder die Gleise geräumt. Bei den Schneeräumern gibt es zwei grundsätzliche Bauarten, den geschlossenen, über die gesamte Breite des Fahrzeuges reichenden Schneepflug, und die einzelnen, seitlich angebrachten Schneescharen. Darüber hinaus sind für beiden Bauarten noch unterschiedliche Bauweisen zu beobachten.

Schneeräumer an der V 100

Dem EK-Buch „Die Baureihe V 100“ von Peter Große und Josef Högemann ist zu entnehmen, dass etwa 126 Fahrzeuge der Baureihe 211 und ungefähr 97 Fahrzeuge der Baureihe 212 mit Schienenräumern ausgerüstet waren. Da über den An- und Abbau nicht immer Buch geführt wurde, ist zu den Listen mit den ausgerüsteten Fahrzeugen vermerkt, dass die Angaben keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben. Dies wird auch durch die nebenstehende Abbildung bestätigt. Denn sie zeigt die nicht aufgelistete 212 234-9 mit einem Schienenräumer.

Nach dem Einsatz an der V100 wurden einige Schneepflüge an andere Maschinen angebaut. So bekamen zum Beispiel noch einige V90 diese Schienenräumer.

Der Bausatz von Krüger-Modellbau besteht aus nur drei Teilen, die aus einem Neusilberblech geätzt sind.

Da eine 212 mit Schienenräumer nicht alltäglich ist, bietet Sie eine schöne Abwechselung in der Modellbahnwelt.

Auf der Vorderseite erkennt man die Justierschlitze für das innere Verstärkungsblech. Diese müssen vor dem Lackieren noch verspachtelt werden.

Krüger Modellbau aus 35232 Dautphetal (Finkenstraße 10 / 06466-80104) hat einen Schienenräumer für die V 100 von ROCO in HO realisiert. Neben diesem Bausatz (Art.-Nr. 98314) wird man aber auch für V 90 von ROCO oder Märklin/Trix (Art.-Nr. 98316) fündig. Für die BR 64 und die BR 218 (98316) sind entsprechende Bausätze in Vorbereitung.

Schneeräumer als HO-Bausatz

Der Bausatz für die V 100 besteht aus zwei Schienenräumern mit jeweils 3 Bauteilen, die aus einem o,2 mm dicken Neusilberblech geätzt sind Der Zusammenbau gestaltet sich recht simpel, da die Teile sehr passgenau sind. Dem entsprechend kurz fällt die völlig ausreichende Bauanleitung aus. Nach einigen Biegevorgängen, bei denen die Biegenut immer „innen“ liegt, folgt das Einkleben oder Einlöten der Innenverstärkung und des kleinen Leitbleches. Bei den Biegevorgängen empfiehlt es sich, immer das „kleinere“ Teil mit einer Flachzange zu halten, um diese Bleche nicht zu verbeulen. Danach sind die Justieröffnungen der Innenverstärkung in der Oberfläche des Räumbleches zu verspachteln und eben zu schleifen.

Die Seitenansicht macht anschaulich, wie nach einigen Biegevorgängen aus einem „Blech“, ein dreidimensionales Bauteil wird.

Durch kleine Kunststoffstücke zwischen Kupplungskulisse und Schienenräumer lässt sich die Einbauhöhe variieren.

Nach der Grundierung folgt der schwarze oder dunkelgraue Farbauftrag. Der entsprechende Farbton ist dem Farbschemata der  jeweilige Epoche zu entnehmen. Leichte Betriebsspuren durch aufgewirbelten Rost und Bremsstaub schlieĂźen diese Arbeiten ab.                                    FĂĽr die Befestigung des Schienenräumers an der V 100 hat sich Martin KrĂĽger etwas Besonderes einfallen lassen. Nachdem der werkseitige Schienenräumer entfernt worden ist, wird das Bauteil einfach von untern auf die Kupplungskulisse geklebt. DafĂĽr ist oben in der Mitte des Schienenräumers eine passende Aussparung vorhanden.                                                                                                                                  Diese Befestigungsform funktioniert auf der Vorderseite der Lok problemlos. Auf der RĂĽckseite gestaltet sich dies etwas schwieriger, da hier durch eine Verdickung der Kupplungskulisse der Räumer zu weit auĂźen montiert werden muss und  so mit dem tief herunter gezogenen Rahmen in Konflikt kommt. Ă„hnlich problematisch gestaltet sich die Befestigung, wenn fĂĽr eine vorbildgerechte Frontansicht mit vollausgerĂĽsteter Pufferbohle, die Kupplungskulisse demontiert wird.

Der vordere Schienenräumer kann von unten auf die Kupplungskulisse geklebt werden.

Wenn die Kupplungskulisse demontiert ist, kann der Schienenräumer auch mit zwei Drähten an der Getriebeabdeckung befestigt werden.

Als Alternative können die Schienenräumer dann an den unteren Getriebe-abdeckungen befestigt werden. DafĂĽr wird zunächst mit einem KunststoffstĂĽck, dass auf die Innenverstärkung geklebt wird, die Aussparung im Räumschild geschlossen. An der Oberseite stellt ein kurzes BlechstĂĽck das abgewinkelte Leitblech dar. Sodann sind zwei Löcher mit einem Durchmesser von o,5 mm in das aufgeklebte KunststoffstĂĽck und in die Vorderkante der ausgebauten Getriebeabdeckungen zu  bohren (Sorgfältig alle Späne entfernen!) Mit zwei Drähten (Æ o,5mm) wird dann der Schneepflug an der Getriebeabdeckung befestigt. Durch diese Art der Befestigung besteht die Möglichkeit den Schienenräumer in alle Richtungen entsprechend auszurichten. Dabei ist zu beachten, dass das Lichtraumprofil einen Mindestabstand von 55mm (HO = 0,63mm) vorschreibt!                                                                                  Bei beiden Befestigungslösungen wird die Funktionalität des Modells nicht eingeschränkt.

Fazit

Der Bausatz ist leicht zu montieren und nach etwa einer Stunde hat man sein Modell mit einem neuen Blickfang ausgerüstet. Dabei erscheint es unerheblich, in welcher Kulisse sich unser Modell bewegt, denn die mit einem Schienenräumer ausgerüsteten Maschinen, waren in ganz Deutschland eingesetzt. Nun darf der nächste Winter kommen…

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