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So hätte der Leitsatz für die Entwicklung einer fahrbaren, kostengünstigen Unterkunft für die auf der freien Strecke schaffenden Rotte lauten können. Es entstand ein einfaches, kostengünstiges, aber durchaus nützliches Fahrzeug, das Martin Krüger als Modell umgesetzt hat und nun hier vorgestellt wird.
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Ende der Fünfziger Jahre suchte man nach einem festen, stabilen und leicht zu transportierenden Dienstfahrzeug für die auf der Strecke arbeitende Rotte. Es sollte menschenwürdig und freundlich sein, um den Mitarbeitern einen Schutz vor der Witterung und eine Sitzmöglichkeit für die Pausen zu bieten. Darüber hinaus waren verschiedene Mobilitätsmerkmale gewünscht. So sollte es leicht transportierbar, schienenfahrbar und ins Gleis ein- und aussetzbar sein. .
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Ende 1957 erprobte man nach einer kurzen Entwicklungs- und Bauzeit das erste Fahrzeug der Bauart REISS in der Bm Nürnberg Nord. Nach einer positiven Beurteilung und weiteren verschiedenen Ausführungen entstanden Mitte der Sechziger Jahre zwei Bauarten für die Gleislager Wabern und Regensburg. Obwohl diese Ausführungen nie offiziell definiert wurden, hatten alle Fahrzeuge „Wabern“ senkrechte Streben auf dem Aufbau, während die Fahrzeuge „Regensburg“ keine Streben besaßen.
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Die Unterkünfte hatten ein kleinrädriges, zweiachsiges, ungebremstes Fahrwerk und wurden als Kleinwagen eingestuft. Somit fielen sie unter die Kleinwagenvorschrift DV 431 und waren nur für die Geschwindigkeit V/2 von 1o bis 3o km/h zugelassen. Eine einzuhängende Deichsel sorgte für die Verbindung mit einem Zugfahrzeug. Für eine Beförderung mit höheren Geschwindigkeiten mussten die Unterkünfte auf Eisenbahnwagen oder Kfz-Kleinanhängern verladen werden. Dabei eröffneten seitlich angebrachte Ablaufrollen die Möglichkeit, die Fahrzeuge über Hilfsrampen aus Profilstahl auf ein Nachbargleis oder den Erdboden abzusetzen. Mit einer handbedienbaren Hebeeinrichtung (Wie beim Klv 11 oder Klv 12) konnte das Fahrzeug auch von zwei Arbeitskräften auf die Schienen gesetzt werden. Angebrachte Ösen an den Ecken der Bodenplatte dienten als Anschlagpunkte zur Verzurrung oder zum Versetzen mit einem Kran. Der Dienstraum wurde mit einer Schiebetüre verschlossen. Er besaß zwei Klappfenster mit verschließbaren Fensterläden und eine Heizung. Die „offizielle“ Einsatzzeit der Unterkünfte endete zwischen 1978 und 1980, jedoch sind mit viel Glück heute noch vereinzelt abgestellte Fahrzeuge zu entdecken. Ebenso ist von einzelnen Fahrzeugen bekannt, dass diese museal aufgearbeitet wurden und so der Nachwelt erhalten bleiben.
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Die Rottenunterkunft im Modell
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Die Firma Krüger Modellbau (Finkenstraße 10, 35232 Dautphetal,Tel. 06466/80104, www.krueger-modellbau.de) bietet für die Baugröße HO sowohl ein Modell der Bauart „Wabern“ (Nr. HO 73052.1), als auch das Modell der Bauart „Regensburg“ (Nr. HO 73052.2) zu einem Preis von je 65,oo Euro als Komplettbausatz in HO an. Fertigmodelle sind auf Nachfrage für etwa 14o,oo Euro erhältlich. Die Modelle von Martin Krüger bieten neben dem Vergnügen des Zusammenbauens auch einige Funktions- oder Spielmöglichkeiten. So hat Herr Krüger das Fahrwerk rollfähig konstruiert, um es mit einem Triebfahrzeug auf die Strecke schicken zu können. Auch die seitlichen Ablaufrollen können funktionsfähig ausgeführt werden. Dies eröffnet die Möglichkeit das Absetzen über eine Hilfskonstruktion auf ein Nachbargleis nachzustellen. Ebenso ist die stirnseitige Schiebetüre zu öffnen und ermöglicht so verschiedene Betriebssituationen nachzustellen.
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Der Bausatz besteht aus einer 0,2 mm dicken Neusilberplatine, einem Tütchen mit Kleinteilen und der ausführlichen Bauanleitung. Aus der Platine sind die Hauptbauteile - die Bodenplatte, Seitenwände und das Dach - geätzt. Des Weiteren findet man hier die Ausstattungsgegenstände: Fenster mit Fensterladen, Schiebetüre mit Führungsschiene und beim Modell „Wabern“ die senkrechten Streben. In dem Tütchen sind die Radscheiben, Achsen, Abrollimitationen, ein Schornstein und die Beschriftung auf einem Bogen mit Nassschiebebildern zu finden.
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Mit viel Glück sind heute noch Fahrzeuge – meist im verwahrlosten und verschandelten Zustand – anzutreffen.
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Zunächst trennt man die Bauteile aus der Platine und versäubert die Anschlüsse. Dabei ist darauf zu achten, dass die Bauteile (0,2 mm!) nicht verbogen werden. Der Bauanleitung folgend beginnt man mit der Bodeneinheit. Die Beschriftung – Krüger Modellbau – befindet sich an der Unterseite. Zuerst werden die Seitenwangen nach unten gebogen. Dabei liegen, wie bei allen anderen Teilen auch, die Biegenuten immer auf der Innenseite! Dann folgen die seitlichen Absetzrollenhalter. Sie sind zur Bodenmitte rechtwinkelig umzubiegen. Die Seiten der Halter werden dann so nach unten gebogen, dass sich ein „U“ bildet. In dieses „U“ sind die in der Kleinteiltüte zu findenden Rollenwalzen einzukleben. Wer die Rollen funktionell gestalten möchte, sollte ein Messingröhrchen mit 1 mm Durchmesser und etwas 0,5 mm dicken Draht zur Verfügung haben. Ist das Messingrohr auf das Zwischenmaß der Rollenhalter (~ 3,5 mm) abgelängt, lässt es sich mühelos auf dem Messingdraht in den Haltern einfügen. Die notwendigen Bohrungen für den 4,5 mm langen Messingdraht sind bereits in den Rollenhaltern vorhanden! Vor dem ersten Testrollen ist es jedoch ratsam zwischen der Bodenplatte und den Rollenhaltern kurze 2x2 mm große Kunststoffstücke (z.B. Evergreen) einzukleben, um die Halter gegen umknicken zu stabilisieren.
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Damit sind vorerst die Arbeiten an der Bodenplatte abgeschlossen. Die Achsen mit den Radscheiben werden erst später, nach dem Lackieren, eingebaut, jedoch können diese bereits vorbereitet und probeweise eingesetzt werden. Dafür ist der beigefügte 0,8 mm dicke Messingdraht auf 18,5 mm abzulängen und die Radscheiben vorsichtig aufzustecken. Als nächstes Bauteil stehen die Seitenwände an. Diese bestehen aus einer Platte, die zu einem Viereck zu biegen ist. Zuvor sollte man jedoch das beigefügte Verbindungsblech einseitig anlöten. Dann sind zuerst die oberen Laschen nach innen zu biegen, um die Seitenwände ein wenig gegen ein unbeabsichtigtes Verbiegen zu stabilisieren. Nun können die Seitenwände an den Nuten gebogen, zu einem Viereck geschlossen und verlötet werden. Danach ist noch die untere Führungsschiene für die Schiebetüre zweimal abzuwinkeln, während die obere Führungsschiene erst nach dem Lackieren eingesetzt wird. Vor dem Lackieren sind auch an der Schiebetüre die oberen Führungen und das Schlossblech umzubiegen. Im letzten Schritt werden in die geätzten Vertiefungen der Seitenwände die Fenster und beim Modell „Wabern“ die senkrechten Verstrebungen eingeklebt. Damit sind die Seitenwände fertig und man wendet sich dem Dach zu.
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Das Dach besteht ebenfalls aus einem Blech. Die glatte, unstrukturierte Seite ist oben. Die Seitenränder werden an der Nut nach unten gebogen. Da sie nur eine geringe Höhe haben, gestaltet sich dies recht schwierig. Am besten funktioniert dies, wenn man die Seitenränder nacheinander im Windmühlenprinzip (bereits abgewinkelte Seiten stehen seitlich über) in einen Schraubstock einspannt und dann das Dach vorsichtig umbiegt. Bei diesem Prinzip bleibt eine Seite über. Dies sollte möglichst eine kurze Seite sein, die dann so vorsichtig mit einer Flachzange umgebogen wird, dass sich das Dach nicht verformt. Zum Schluss ist nur noch der Kamin einzukleben. Nachdem alle Teile entfettet sind erfolgt die Grundierung (Art.-Nr. 2698 Weinert). Die Bodeneinheit erhält einen schwarzen (Art.-Nr. 2646 Weinert) Farbauftrag, während die Seitenwände und die Schiebetüre mit Laufschiene goldgelb (RAL 1004, Art.-Nr. 2603 Weinert) lackiert werden. Für diese Arbeiten empfiehlt sich der Einsatz einer Spritzpistole um eine möglichst glatte Oberfläche für die Nassschiebebilder zu erhalten. Die Innenseiten der Seitenwände werden mit einem dunkeln Grau (Revell 77) abgetönt, damit diese bei einem Blick durch das Fenster nicht silbern schimmern.
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Während der Trocknungszeit können noch zusätzlich Fenster nachgebildet werden. Auf der Innenseite der Fensteröffnungen befinden sich beim Vorbild weiße, zu kippende Fensterrahmen mit einem durchsichtigen Glaseinsatz. Für die Nachbildung benötigt man ein Stück Fensterfolie von 1,o x 1,6 mm. Hierauf werden weiße Evergreen-Kunststoffprofile o,5 x 1,o mm geklebt. Dabei sollte das Innenmaß des Fensters 8,o x 5,5 mm betragen. Anschließend ist der Rahmen matt weiß (Revell Nr.5) zu streichen.
Vor dem Zusammenbau des Modells sind die Fenster einzukleben, um sich später nervige Fummeleien zu ersparen. Nun können die Seitenwände auf die Bodenplatte geschoben und mit etwas Sekundenkleber fixiert werden. Dann ist die Schiebetür aufzulegen und die Führungsschiene einzukleben. Bevor das Dach verklebt wird, sind die Nassschiebebilder aufzubringen. Da die Trägerfolie sehr dünn ist, schneidet man die Beschriftung nicht allzu eng aus und legt zuerst die breite Seite – mit dem „DB“ – auf, damit die Folie sich nicht umfaltet. Ein Mattlacküberzug sichert die Beschriftung und lässt die Trägerfolie unsichtbar erscheinen. Dann sollte noch ein Stück Schwermetall auf der Bodenplatte befestigt werden, um für einen sicheren Fahrbetrieb zu sorgen. Zu dem natürlich auch gehört, dass die vorbereiteten Achsen vorher eingesetzt werden.
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Zum Schluss können noch die Absetzrollen silbern abgesetzt und je nach Alter der Unterkunft entsprechende Verwitterungsspuren aufgebracht werden. Dann steht dem ersten Einsatz als Anhänger, Ladegut oder dekorativer Blickfang an der Strecke nichts mehr im Wege.
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