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Verwandlungskünstler |
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Der Bausatz des Kbs 442 von Kibri |
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Rungenwagen werden von allen großen Fahrzeugherstellern in verschiedenen Varianten und Ausführungen angeboten. Damit stellt sich die Frage, warum der Modellbahner noch ein Fahrzeug, als Bausatz und von einem Gebäudehersteller, braucht? Eine Antwort soll der folgende Beitrag über den Kbs 442 von Kibri geben. Im Anschluss wird gezeigt wie das Modell verfeinert und gealtert wird.
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Mit abgeklappten Seitenwänden findet der Kbs auch als Schutzwagen Verwendung
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Ein Gebäudehersteller auf Abwegen? Mitnichten, seit einiger Zeit produziert Kibri auch Schienenfahrzeuge. Jedoch spezialisierten sich die Böblinger bisher auf Sonderdienstfahrzeuge. Als Ergänzung dazu haben sie neben einer gelben Ausführung nun auch den rotbraunen Flachwagen Kbs 442 bzw. Kls 442 auf den Markt gebracht. Dieser Wagen, der beim Vorbild meist zum Transport witterungsunabhängiger, sperriger Güter verwendet wird, wurde zwischen 1958 und 1969 über 14.200 Mal beschafft. Das Vorbild besitzt 450mm hohe Stahlseitenwände, welche umklappbar sind und durch Fallrungen gehalten werden. Die als Kbs bezeichneten Wagen besitzen 16 Seitenrungen und vier Stirnrungen aus I-Profilen, während die als Kls bezeichneten Wagen keine Rungen aufweisen. Einige Wagen erhielten auch Handbremsbühnen mit umklappbarem Geländer, die jedoch im Laufe der Zeit größtenteils wieder abgebaut wurden.
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Vom Vorbild zum Modell
Das vorgestellte Modell entstammt der Epoche V und besitzt keine Handbremsbühne mehr. Außerdem liegen dem Modell nicht mehr Hülsenpuffer, sondern - der Zeit entsprechend - „Elefantenfüße“ in runder und rechteckiger Ausführung bei. Das Fahrwerk ist vorbildgerecht sehr schmal nachgebildet und besitzt neben den filigranen Längsträgern auch die Nachbildung der kompletten Bremsanlage. Einen Wehrmutstropfen bildet das Laufwerk. Die Achshalter-Nachbildungen enden oberhalb der Blattfedern und haben keine Verbindung zu den Längeträgern. Auch sind die Achsnarben zu klobig und die zugehörigen Gleitschienen zu grob ausgebildet.
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Dieses sollte, auch wenn es durch die Seitenwände annähernd verdeckt wird, von Kibri korrigiert werden. Bedarf besteht auch hinsichtlich der heute nicht mehr zeitgemäßen Kunststoff-Radsätze - zumal die Längen der Achsen differierten. Leider hatte mein Wagen mit den empfohlenen Roco-Radsätzen nicht die entsprechenden Laufeigenschaften. Für diese Radsätze war das Fahrwerk zu eng, da die Achsen von Roco um 0,5 mm länger sind, als die Kunststoff-Radsätze von Kibri. Aber Dank etwas Warmluft und Graphit können die Laufeigenschaften nun überzeugen. Bleibt im Fahrbetrieb abzuwarten, ob die Achslager nicht zu schnell verschleißen. Dem heutigen Standart entsprechend sind an beiden Wagenenden Kurzkupplungskulissen mit Normschacht vorhanden. Jedoch befinden sich keine Kupplungen im Lieferumfang. Diese sind von den verschiedenen Herstellern entsprechend nachzurüsten.
Viele Teile machen ein Ganzes
Wie bei den Modellen anderer Anbieter besteht die Holznachbildung der Ladefläche aus Metall, um dem Wagen sein notwendiges Gewicht zu geben. Die Seitenwände sind in zwei unterschiedlichen Ausführungen vorhanden. So lässt sich der Wagen mit hochstehenden oder abgeklappten Bordwänden, zum Beispiel als Schutzwagen, zusammenbauen. Auch Kombinationenmit teilweise abgeklappten Seitenwänden sind durch diese Auswahl möglich. Die Rungen sind wie beim Vorbild geformt und mit den entsprechenden Öffnungen versehen. Alle Proportionen des Modells sind stimmig und in ihren Abmessungen maßstabsgerecht dem Vorbild nachgebildet. Der Bausatz besteht aus wenigen Teilen die sich vom Modellbahner in einer guten Stunde zusammenfügen lassen. Den rotbraun eingefärbten Kunststoff kann man mit jedem Plastikkleber (z.B. Produkt aus dem gleichem Haus) zusammenfügen. Leider entspricht der Farbton nicht dem RAL 8012, sondern ist um einige Nuancen blasser. Wer den Wagen altern will, hat mit diesem Farbton bereits eine Grundlage. Will man jedoch das Modell als fabrikneu darstellen und verhindern, daß Gegenlicht durch die Seitenwände strahlt, müssen diese Teile vor dem Beschriften nachlackiert werden. Dabei ist auch die Farbe des Fahrgestells zu korrigieren. In der Epoche V ist das Fahrwerk ebenfalls rotbraun und nicht dunkelbraun. Will man das Fahrzeug in die Epoche III zurück versetzen, muss das Fahrwerk schwarz lackiert werden. Die Beschriftung entspricht der Epoche V und ist auf eine selbstklebende Folie gedruckt. Sie ist sehr sauber mit scharfen
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Konturen, aber leider stellen- weise zu gross. So passt sie nicht immer auf die für sie vorgesehenen Flächen, selbst wenn man sie sehr eng an der Schrift abschneidet. Die Trägerfolie ist zu dick, so dass die Übergänge, auch wenn sie mit erhöhtem Druck (mittels eines Wattestäbchens) auf das Modell aufgebracht wird, zu sehen sind. Dies kommt besonders dann zum Vorschein, wenn das Modell gealtert wird.
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Auch wenn der Wagen durch die Beschriftung der Epoche III und die Hülsenpuffer eine Verjüngungskur erfahren hat, stehen ihm die Betriebsspuren des Alltags gut
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Zurück in die Vergangenheit
Falls der Epoche III–Bahner aufgrund der mitgelieferten Beschriftung abwinkt, sei im Folgenden beschrieben, wie mit einigen Änderungen und Verbesserungen, der Wagen in die Epoche III zurück versetzt werden kann. So wurden dem Modell Hülsenpuffer (Weinert 8600), Rangierergriffe (Ø 0,4mm), durchätzte Rangierertritte (Weinert 8690), Zettelkästen (Petau Z1) und eine Epoche III-Beschriftung (Gaßner G330) spendiert. Dabei sei anzumerken, daß die Hülsenpuffer, dem Vorbild entsprechend, den großen Pufferteller von 5,2 mm Durchmesser haben müssen. Denn durch den langen Achsstand ist die Auslenkung der Wagenenden in den Kurven so groß, dass sich die kleinen Pufferteller verhaken könnten.
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Da der Zettelkasten am Modell fehlt, wurde dieser nachgerüstet. Paul Petau bietet hier eine hervorragende Nachbildung aus Messing an. Nachdem die zugerüsteten Teile rotbraun und das Fahrwerk schwarz lackiert sind, ist die Beschriftung für die Epoche III aufzubringen. Diese steuert Herrmann Gaßner aus Taufkirchen als Nassschiebebildern bei. Zum Abschluss des Umbaus werden sie mittels mattem Klarlack konserviert.
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Die Spuren des Lebens
Um dem Wagen ein realistisches Aussehen zu geben, fehlen noch die Betriebsspuren. Dazu werden zuerst die Bremshebel farblich gestaltet und einige Ausbes- serungsflecken (Revell Nr. 37, Nr. 83) aufgebracht. Nach der erforderlichen Trocknungszeit hebt man die feinen Strukturen des Wagens durch verdünntes Schwarz hervor. Aber Vorsicht: Wer verhindern will, dass der Kunststoff durch handelsübliche Verdünner (z.B. Revell) verblasst, sollte stattdessen Waschbenzin verwenden. Mit der Spritzpistole werden, je nach Verschmutzungsgrad, Rost (Italeri/Modell Master „Leder“) und Schmutz (Revell Nr. 78) aufgetragen. Anschließend sind die filigranen Strukturen mit einem fast ausgewischten, |
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basaltgrauen (Revell Nr. 77) Katzenzungenpinsel hervorzuheben. So werden auch feinste Strukturen sichtbar. Nun kann der Wagen in den „Alltagsbetrieb“ übergeben werden. |
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Fazit
Mit dem Bausatz des Kbs 442 hat Kibri ein sehr ansprechendes, variantenreiches Fahrzeug geschaffen. Ob mit einer der zahlreichen, in verschiedenen Packungen angebotenen, Beladungen oder unbeladen wirkt der Flachwagen vorbildsgerecht. Aber nicht nur mit hochstehenden, sondern auch mit abgeklappten Seitenwänden, zum Beispiel als Schutzwagen, wird das Fahrzeug die Blicke auf sich ziehen. Der Preis des Bausatzes liegt ähnlich dem anderer Hersteller und ist auch gerechtfertigt, da das Modell keinen Vergleich scheuen braucht. Sieht man von den kleinen Schwächen im Fahrwerksbereich einmal ab, sind alle Bauteile filigran, detailgetreu und maßstabsgerecht wiedergegeben. Betrachtet man die Variationsmöglichkeiten die der Bausatz bietet, so ist das Modell eine Bereicherung des Modellfahrzeugmarktes und lässt noch auf einige, weitere Modelle des Herstellers hoffen. |
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