BR 212 von Roco

Die Baureihe 212 von Roco

Plädoyer für ein Arbeitstier

Die 212 ist da! Einsteigen und auf geht´s!

Fast sang- und klanglos ist vor einigen Monaten die ozeanblau/beige Farbvariante der BR 212 von ROCO erschienen. Bis auf den ein oder anderen technischen Beitrag, ist dieses Modell im Strudel der alljährlichen Frühjahrsneuerscheinungen untergegangen.

Das Vorbild dieses Mehrzweckdiesels wurde als Übergangsfahrzeug für den schnellen Abbau der Dampftraktion und als kostengünstige Zwischenlösung für die ach so teueren Nebenstrecken beschafft. Eigentlich hatte keiner damit gerechnet, dass diese soliden und zuverlässigen Diesel vereinzelt eine Lebensdauer von nahezu einem halben Jahrhundert erreichen würden. Und während die Mehrzahl inzwischen ausgemustert ist, behaupten immer noch einige Exemplare ihr Dasein als zuverlässige Ersatzmaschine oder tägliches Arbeitstier bei mancher Privatbahn.                                                                                                                                                                                                      Eigentlich sollten nun die technischen Details und die Unterschiede zwischen der 212 und ihrer kleinen Schwester, der 211, vorgestellt werden. Jedoch will der Autor nicht dem soeben erschienenen EK-Buch “Baureihe V 100 der DB” vorgreifen und erzählt hier daher seine Geschichte über die 212:

Neben den vielen Bestandteilen der Lokomotive ist eine Fülle von Zurüstteilen zur Montage beigefügt.

212-Besuch in Krefeld

Der Führerhauseinsatz ist in der Mitte für den Einbau eines Decoders ausgespart. Die darunter befindliche Platine ist deshalb extra eingefärbt worden. Unter der Abdeckung zwischen den „Treibstofftanks“ bleibt genügend Platz für einen Lautsprecher.

Anfang der sechziger Jahre, an der nicht elektrifizierten „Magistrate“ Krefeld/Kleve, geboren, definiert sich Eisenbahn für mich in Dieseltraktion. Schon früh avancierte die V 100 zum Objekt der Begierde und nach mehreren erfolglosen Versuchen ein Exemplar auf Zelluloid zu bannen, gelang es im Januar 1996 einen Termin für einen Besuch im Bahnbetriebswerk Krefeld zu erhalten. Dort erlebte ich  folgendes:                                                                                                                                                                                  An einem mehr oder weniger sonnigen Januarmorgen fand ich mich zur vereinbarten Zeit im Bahnbetriebswerk ein. Schnell war das Büro meines vermeintlichen Terminpartners gefunden. Ein kurzes aber energisches Klopfen und mir wurde Einlass gewährt. Mit einem fröhlichen „Grüß Gott“ trat ich an den Schreibtisch und streckte meine Hand zum Gruß entgegen.

Die Kluft zwischen dem ehemalig preußischen Norden und dem bayrischen Süden schien in diesem etwas schummrig beleuchteten Büro noch lebhaft vorhanden zu sein, denn ein kurzes „Tach“ verdeutlichte unmissverständlich, dass man nicht mit „feindlichem“ Besuch gerechnet hatte. Schnell formulierte ich den Grund meines Besuches und vermied es dabei nicht, das mir in die Wiege gelegte, niederrheinische „dat“ und „wat“ zu verwenden. Nach dieser Begrüßungszeremonie erläuterte man mir, dass ich wohl einen Termin mit dem Namensvetter des nun freundlicheren Herrn hätte. So wurde ich durch eine Plastikschwingtüre und dann nach links geschickt. Dort würde ich meinen Ansprechpartner finden. Durch die Plastikschwingtüre sollte bedeuten ins Allerheiligste, in den Ringlokschuppen! Der Wegbeschreibung folgend stand ich hinter der Pendeltüre Aug´ in Aug´ mit dem Puffer einer 215. Das Fett des Puffertellers in der Nase, dachte ich „Mann sind die groß“ und bog nach links ab. Schnell hatte ich dann den besagten Herrn gefunden. „Welche Maschine hätten Sie denn gerne gesehen?“ Ich berichtete von meinem Ansinnen eine „212“ mal in Ruhe fotografieren zu wollen. „Fotografieren - dann nehmen wir die da“ meinte er und zeigte auf eine ozeanblau/beige Maschine, die gerade mit einem „Kärscher“ gereinigt wurde. „Die sind gleich fertig und wir wollen ja einen guten Eindruck machen!“ Im Schuppen standen noch eine neurote 212, die besagte 215 und eine 290 mit Motorschaden. Während ich meinen Blick schweifen ließ beendeten die Männer ihre Reinigungsarbeiten. „Na, dann kommen sie mal mit!“ hieß es und schon ging es zur Lokomotive.

Die Türe wurde geöffnet und…ungläubig fragte ich nach: „Ich soll mitfahren?“ „Klar, ich kann Sie nicht so über´s Gelände laufen lassen - zu gefährlich.“ So erklomm ich die Maschine und hätte fast vergessen meine Kamera auszupacken. Gut dass die Filme schon eingelegt waren! Die Schuppentore wurden geöffnet und nach einem dahin gestammelten „Dann wollen wir mal…“ der Motor gestartet.

Auch der verkehrsroten Ausführung stehen die Verfeinerungen sehr gut!

Auch wenn die 212 262-0 zwischenzeitlich in die Jahre gekommen ist, ist sie immer noch eine stattliche Erscheinung.

Den Kabinenboden schüttelte es und der Motor war an. „Wie ein LKW!“ schoss es mir durch den Kopf. Die Fahrstufe 1 wurde eingelegt. Das Getriebe füllte sich und in Fahrstufe 2 ging es langsam aus dem Schuppen bis zur Bühne. Nachdem die Fahrt freigegeben war, rumpelte die 212 262-0 auf die Scheibenbühne. Nur einige Gleisstümpfe weiter rastete die Bühnenverriegelung wieder ein. Konzentriert steuerte der Meister die Maschine auf einem Zufahrtsgleis in die schwache Januarsonne. Ich durfte aussteigen und nun meine Lieblingslokomotive von allen Seiten fotografieren. Durch mein nachhaltiges Tun animiert, verließ mein Chauffeur den Führerstand und gab mir eine kleine Unterweisung in Sachen BR 212! Dazu wurden die Schiebetüren der Vorbauten geöffnet und alles war da! Die Bestandteile über die man in diverser Literatur gelesen hatte: Vorne der kräftige Dieselmotor mit all seinen Hilfsaggregaten. Davor der kleine Hilfsdiesel und dann die Kühlergruppe mit dem großen Lüfter. Hinten die Lichtmaschine und die Heizungsaggregate für die Dampfheizung…

Für eine funktionsfähige Schraubenkupplung muss der Rahmen ausgenommen werden. Damit genügend Fleisch für die Heizschlauchkupplung (rechts) bleibt, ist die Aussparung in Richtung Pufferbohle zu verjüngen.

Recht eng geht es auf der Pufferbohle nach der Zurüstung zu

Nachdem eine Fülle von Aufnahmen entstanden war, ging es zurück zum Schuppen. Vor der Bühne wurde ich zum Aussteigen ermuntert. „Schauen Sie sich noch etwas bei meinen Kollegen um“, hieß es zu meinem Erstaunen. Vor den Toren des Schuppens bekam eine 215 ihre Sicherheitsventile der Heißdampfheizung eingestellt. Daneben wurde bei einer 212 die elektrische Wendezugeinrichtung überprüft und im Schuppen versuchten fleißige Hände den Motor einer 290 wieder zu beleben. So verbrachte ich einen aufregenden Vormittag im mittlerweile geschlossen und nun als Museumsstandort genutzten Krefelder Bahnbetriebswerk.

Die 212 im Modell

Aus dem Rahmen der Auflagen der Weinert-Rangiertritte wird der Halter für den Steuerleitungsstecker hergestellt.

Geprägt durch diese Eindrücke war der Wunsch nach einem maßstäblichen und reichhaltig detaillierten Modell verstärkt worden. Verwöhnt durch die kleine Schwester aus gleichem Hause, die BR 211, war das seiner Zeit angebotene Modell von Fleischmann keine Alternative. Denn im Maßstab 1: 85 nachgebildet, machte es einen übertrieben „wuchtigen“ Eindruck und ließ es an Details fehlen. Da war das Märklin-Modell schon näher am Vorbild, verlor jedoch durch die nicht freistehenden Griffstangen, überdimensionierten Aufstiege und eine unsaubere Beschriftung. Auch die Laufeigenschaften ließen einige Wünsche offen.                                                                                                              So wurde die Nachricht aus Österreich – Die BR 212 kommt! – mit einem wohlwollenden Lächeln quittiert. Auch wenn das erste Modell in der weniger attraktiven neuroten Ausführung vorgestellt wurde, so ließ es doch die Vorfreude – bekanntlich die schönste aller Freuden – merklich ansteigen.

212 262-0 beim besuch des Autors im Bw Krefeld - auch ein schöner Rücken kann entzücken

Da die Technik der nun ausgelieferten Maschine, der der neuroten Variante entspricht, soll darauf im Rahmen dieses Beitrages nicht eingegangen werden. Vielmehr wird im Folgenden die Verfeinerung dieser Epoche IV – Maschine, die in den Farben ozeanblau und beige, mit der Computernummer 212 177-0, nun aller Orts in den Schaufenstern der Modellbahngeschäften zu bestaunen ist, vorgestellt.                                        Zunächst ist die Maschine in ihre Bestandteile zu zerlegen. So werden das Führerhaus und das obere Gehäuse mit den Vorbauten der beigefügten Anleitung folgend abgenommen. Da am Rahmen Bohr- und Fräsarbeiten ausgeführt werden, sind auch die Drehgestelle und der Motor auszubauen. Zuvor heißt es aber die Schienenräumer nach unten aus dem Rahmen zu ziehen. Um die Drehgestelle heraus zu bekommen, sind die oberen Getriebeabdeckungen zu lösen und die Schnecke zwischen Kardanwelle und Getriebe auszubauen. Dann lässt sich, nach dem lösen der unteren Drehgestellschraube, das Drehgestell nach unten herausnehmen. Der Motor ist seitlich nur durch eine Schraube gehalten.

In den letzten Betriebsjahren vielfach zur „DB Cargo“ abgegeben, versahen viele „212“er nur noch Leistungen im Güterverkehr.

Vor der Montage empfiehlt es sich alle Bohrungen für die Ausstattungsgegenstände auszuführen. Losgehen soll es mit den Puffern. Um diese gegen Weinert – Federpuffer mit großen Puffertellern zu ersetzt, sind die Pufferaufnahmen auf einen Durchmesser von 2,2 mm aufzubohren. Nun folgen die Rangiergriffe unter der Pufferbohle. Hier ist besondere Vorsicht geboten, da die Pufferbohle seitlich nach innen profiliert ist. Damit der Bohrer bei der äußeren Bohrung nicht an der Seite herauskommt, sind diese Bohrungen schräg zur Rahmenmitte auszuführen. Die zweiten, inneren Bohrungen - Abstand ~ 6 mm - liegen in dem mittleren verjüngten Teil der Bohlen. Hier wird wieder senkrecht gebohrt. Für den Flansch der Kupplung ist in der Bohlenmitte eine Bohrung von 2,o mm vorzusehen. Um dem Modell ein möglichst realistisches Aussehen zu geben, soll die Schraubenkupplung an der Vorderseite funktionsfähig sein. Dazu ist auf der Unterseite der Pufferbohle der Rahmen entsprechend tief mit einem Kugelfräser auszunehmen. Dabei ist darauf zu achten, dass genügend „Fleisch“ zur Befestigung der Heizschlauchkupplung stehen bleibt! Vor dieser Bohrung sind jedoch die Löcher für die Bremsschläuche zu erstellen. Diese sollten etwas größer – Ø 1,o mm - ausfallen, um sich die notwendige Bewegungsfreiheit für das Ausrichten der in einer Höhe liegenden Anschlüsse zu bewahren.

Nicht nur was für Analogfahrer – ein Faulhabermotor von sb-modellbau! Das Konstruktionsprinzip ist bei der „alten“ 211 (rechts) und der neuen 212 gleich.

Um keine zum Bruch führende Spannung auf das Fensterelement auszuüben, ist die Scheibe auszufräsen und dann mittels Feilen bis zum Rahmen zu abzunehmen.

Nach dem Abtrennen der Kupplung wird die Schnittstelle mit einem Kunststoffprofil von  Evergreen (o,5 x 3,2 mm) kaschiert.

Während das Graubraun mit der Spritzpistole aufgetragen wird, ist die beigefarbene Zierlinie mit dem Pinsel nach zu ziehen.

Ebenso sollten die Bohrungen nahe der Puffersockel liegen, um genügend Platz in der Mitte für die besagte Heizschlauchkupplung zu schaffen. Diese Bohrung wird nun auf der Unterseite der Bohle mit einem 1,o mm dicken Bohrer eingebracht. Zum Schluss müssen noch die Befestigungslöcher o,8 mm für den Steuerleitungsstecker und die Kupplung gebohrt werden. Bevor die einzelnen Bauteile zugerüstet werden, ist die Pufferbohle plan zu feilen. So verschwinden auch die geprägten Puffersockelplatten und können bei der Puffermontage durch Messinggussteile ersetzt werden. Die vorhandenen, rechteckigen Öffnungen für die der Lokomotive beigefügten Kunststoff-Zurüstteile sind mit 2-Komponentenkleber (z.B. Pattex Stabilit Express) zu verschließen. An dieser Stelle sollte man die „Gunst der Stunde“ nutzen, um die unter dem Umlauf befindlichen Aufnahmen für die Halterungen der Aufstiege mit einem Streifen Schleifpapier (120er) ein wenig aufzuweiten. Denn später sind diese Stellen nicht mehr zugängig und die vorderen Haltenasen sind im Gegensatz zu den hinteren recht stramm ausgelegt!

Wieder mit den Puffern beginnend, werden diese mit den Messinggusssockelplatten eingeklebt. Bei der Montage der Rangiergriffe aus o,3 mm dickem Messingdraht ist darauf zu achten, dass die Griffe gleichmäßig nach vorne gebogen werden. Dies erreicht man, indem man die Griffe über die Schneide eines Bastelmessers nach vorne biegt. Dadurch liegen die Knickpunkte parallel zur Bohlenunterkante. Da auf der Rückseite die Kupplungsaufnahme bestehen bleiben soll, können hier keine ganz ausgeprägten Bremsschläuche montiert werden. So sind die Messinggussteile entweder oberhalb des Kupplungsschachtes abzuschneiden oder man bedient sich der Ausführungen bei denen der Bremsschlauch durch ein Stück kurzen Silikonschlauch dargestellt wird, den man einfach weg lässt. Für diese Montage sollte man hier nicht wie bei den anderen Teilen Sekundenkleber, sondern 2-Komponenten-Kleber, verwenden.

Auch die Rückseite der 212 weiß durch die Verfeinerungen zu entzücken

Denn durch die bessere Klebekraft können nachher die Schläuche in die richtige Position gebogen werden, damit die unteren Bremsschlauchhalter auch an der Unterseite der Pufferbohle anliegen. Gleiches gilt übrigens für den Kupplungsflansch. Da die Feder der Kupplung einen kleinen Durchmesser hat, stützt sie sich nur auf der Rückseite des Flansches ab. Somit misst sich die Zugkraft dieser Kupplung über die Klebekraft des Flansches in der Pufferbohle. Nächstes Bauteil ist die Heizschlauchkupplung (Nur vorne!). Nachdem sie eingeklebt ist, wird mit einem dünnen Draht die Aufhängung zwischen Rangiergriff und Heizkupplung nachgebildet.

Zum Schluss sind die Bauteile der Steuerleitung an der Reihe. Während die Kupplung leicht zur Fahrzeugmitte gedreht in die Bohrung geklebt wird, macht die Steuerleitung mit Stecker schon mehr Arbeit. Beim Vorbild befindet sich an der linken Seite der Pufferbohle ein Blech auf dem der Halter des Steckers montiert ist. Dieses Blech (siehe nebenstehende Skizze) ist aus dem Rahmen der durchätzten Auflagen der Rangiertritte (8690) herzugestellt. Mit verschiedenen Feilen wird aus diesem „Abfallprodukt“ der Halter profiliert. Ein Dorn aus einem kurzen, o,4 mm dickem, eingelötetem Messingdraht dient als Befestigung. Die Bohrung für den aus Messingguss bestehenden Stecker mit Halter muss 1,o mm betragen und ein wenig aufgerieben werden. Für die Montage am Lokomotivrahmen wird in den Umlauf eine o,4 mm dicke Bohrung eingebracht und das Blech mit angelötetem Stecker festgeklebt. Die Steuerleitung ist so zu biegen, dass das Ende in die unter der Pufferbohle befindliche Bohrung eingeklebt werden kann.

Nun fehlen noch die beiden Halter für die Zugschlussscheiben. Diese befinden sich beim Vorbild über den Puffern an der Vorderkante des Umlaufs. Sie werden durch o,5o x o,75 mm Evergreen-Kunststoffprofile dargestellt. Vor dem Ankleben empfiehlt es sich die Farbe am Umlauf zu entfernen. Um Schlussscheiben einstecken zu können, sind vorher entsprechende Bohrungen in diesen Stückchen vorzusehen.

Leider ist die Hilfseinrichtung (Verbeck) für das Abdrehen der Spurkränze nicht mehr erhältlich. So kann nur eine eigene Drehbank oder eine Fachwerkstatt helfen.

Einbau eines Faulhaber-Motors

Vor der farblichen Behandlung besteht nun die Möglichkeit die so schon ausgezeichneten Fahreigenschaften durch den Einbau eines Faulhabermotors zu verbessern. Sicherlich werden Digitalfahrer nun abwinken und auf die mannigfachen  Einstellmöglichkeiten der heutigen Decoder verweisen. Und auch wenn das hervorragende Fahrwerk der 212 nicht danach schreit – es ist und bleibt trotzdem ein Genuss ein solch ausgerüstetes Fahrzeug zu führen! Und das nicht nur im Rangiergang!

verwendete Bauteile

Lieferant

Art.-Nr.

Baureihe 212

Roco

63982

Federpuffer Ø 5,2 mm

Weinert

8600 / 8617*

Sockelplatten für Puffer

Weinert

8603 / 8596*

Messingdraht Ø 0,3 mm

Weinert

9300

Kupplungsflansch für Pufferbohle

Weinert

8644

Original-Kupplung, abgefedert

Weinert

8632** / 8633

Bremsschläuche neue Ausführung

Weinert

8290

Bremsschläuche zum kuppeln

Weinert

8287***

Heizschlauchkupplung

Weinert

8295

Steuerleitung für Mehrfachtraktion

Weinert

8514

Blech der Steuerleitung aus Tritte

Weinert

8690

Kunststoffprofil 0,50 x 0,75 mm

Evergreen

121 M-2

Kunststoffprofil 0,50 x 3,20 mm

Evergreen

126 M-7

Faulhaber Motor

sb-modellbau

28059

Farbe “Elfenbein” RAL 1014

Weinert

2605

Farbe “Graubraun” RAL 8019

Weinert

2644

Verdünnung

Weinert

2600

Autokran-Personal / Lkw-Fahrer

Preiser

10037 / 10038

         *Großpackungen     **Bausatz     ***Alternative

Ein auf die 212 zugeschnittenen Montagesatz findet man bei sb-Modellbau (82140 Olching, Ilzweg 4 – www.sb-modellbau.de). Da das Fahrzeug bereits zerlegt ist, braucht man den Faulhabermotor nur noch ein zu kleben. Jedoch sollte vorher mit einem Kugelfräser die Farbe im Bereich der Klebestelle entfernt werden, um eine kraftschlüssige Verklebung sicher herzustellen. Zum Ausrichten sind die Drehgestelle zu montieren, da der Motor nicht genau mittig in Längsrichtung einzukleben ist! Übrigens ist es bei den neueren Modellen nicht mehr notwendig das im Getriebe vorhandene Fett auszuwaschen, da dieses nun nicht mehr zum verharzen neigt und somit kaum Widerstand bietet.

Die Farbgebung

So, nun aber endlich zur Farbe! Zunächst werden die Puffer, der Rahmen auf der Höhe des Umlaufs und die Aufschriften unterhalb des Umlaufs abgeklebt. Das vordere Drehgestell, ebenso wie die vordere und hintere Pufferbohle (ohne Schraubkupplungen!), erhalten eine Spitzlackierung in „Graubraun“ (RAL 8019). Nach einer angemessenen Trocknungszeit greift man zum Pinsel und zieht den elfenbeinfarbenen Streifen an der Kante des Umlaufs nach. Dabei kann durchaus Weinert-Farbe (RAL 1014) verwendet werden. Auch wenn sich die Farben eigentlich für eine Pinsellackierung nicht eignen, so ist es doch, unter Verwendung der Verdünnung aus gleichem Hause, möglich feine Linien zu ziehen. Dagegen sollte man bei den Auftritten und den Führerhausgriffstangen wieder zur Spritzpistole greifen. Da diese Bauteile von Zeit zu Zeit auch mal berührt werden, ist vorher eine Grundierung aufzutragen. Die nicht zu lackierenden Bereiche sind mit Abdecklack zu versiegeln. Die Ventilhebel an den Bremsschläuchen sind rot (Revell 36) abzusetzen.

Durch das geöffnete Fenster kann der direkte Kontakt zum Rangierpersonal gehalten werden.

Man sieht den Drehgestellen nicht an, dass sie schon fast fünfzehn Jahre auf dem Buckel haben, aber sie sind von der kleinen Schwester übernommen.

Der Führerstand, von Hause aus in Anthrazit, schreit auch ein wenig nach Farbe. So wird der obere Teil hellgrau (Revell 75) lackiert. Die Sitze erhalten einen grauen Anstrich (Revell 57), während der Fußboden und der entsprechende Bereich der darunter befindlichen Platine basaltgrau (Revell 77)gefärbt werden.

Übrigens muss die Lok ohne Fahrzeugführer auskommen, da sich dieser nicht im Lieferumfang befindet! Damit die Maschine aber nicht führerlos auf Reisen geht, kann man sich aus dem Sortiment der Firma Preiser bedienen. Amputiert man dem Autokran-Personal (10037) oder den LKW-Fahrern (10038) den Unterleib ist eine „Rangierfunkanlage“ nicht mehr von Nöten! Wird es dann mal zu heiß im Führerhaus kann man noch ein Fenster öffnen. Dies ist beim Vorbild durch das Aufschieben der mittleren Seitenverglasung möglich. Beim Modell ist dafür die Verglasung heraus zu nehmen und das mittlere Fensterfeld mit einem Kugelfräser bis kurz vor dem Rahmen auszufräsen.

Diese Bearbeitungsart hat sich bewährt, da die Verglasung recht spröde ist und schnell springt! Die überstehenden Reste sind dann vorsichtig mit einer feinen Feile bis zum Rahmen ab zu nehmen. Aus einer nicht benötigten, durchsichtigen Bodenplatte aus den besagten Preiser-Sets kann die Scheibe zugeschnitten und von hinten mit Klarlack(!) angeklebt werden.

Bevor wir den Zahn der Zeit an unserer 212 nagen lassen, sind die Zurüstteile zu montieren. So finden die Scheibenwischer, der Auspuff der vorderen Hilfsdieselanlage, der Hauptauspuff, die Auftritte, die Griffstangen am Führerhaus und nicht zu vergessen die Schraubkupplungen ihren Platz am Modell. Bei den Griffstangen am Führerhaus sollte man dringend darauf achten, dass sie alle den gleichen Abstand zur Führerhauswand haben!

Vor dem Auftragen der Betriebsspuren werden die Fenster durch Abdecklack geschützt. Mit stark verdünnter schwarzer Farbe (Revell 8 mit Verdünnung von Modell Master) streicht man von oben nach unten über die Aufbauten. Dabei soll der meiste Anteil in den Fugen der Details verbleiben.

Im direkten Vergleich zur kleineren Schwester werden die Unterschiede sichtbar.

 Die Drehgestelle und die Unterseite erhalten einen rostfarbenen Farbauftrag (Modell Master „Leder“ Nr. 1708) mit der Spritzpistole. In einem hellen Rostton werden die Umläufe von oben benebelt. In diesem Farbton graniert man mit einem ausgewischten Katzenzungenpinsel auch die Konturen des Fahrwerkes und der Pufferbohle. Die Details der Aufbauten werden in gleicher Weise mit Basaltgrau hervorgehoben. Nach dem Entfernen des Abdecklacks steht der Jungfernfahrt nun nichts mehr im Wege.

Das Schlusslicht eines Lokzuges soll hier nicht das Ende der „212“ bedeuten!

Bei den Auftritten sind die nicht einzufärbenden Teile abzudecken. Die Verwendung einer Haftgrundierung erhöht die Grifffestigkeit.

Fazit

Auch der Führerhauseinsatz wurde lackiert, die Details mit einem Filzstift hervorgehoben. Die Kontaktlaschen fsind beim Einbau eines Faulhaber-Motors abzutrennen.

Wie Klaus Spörle schon im EK 1/1991 prophezeite, stellte die damals neu vorgestellte V 100.10 ein Meilenstein in der Modellwelt dar. Und er sollte wie so oft Recht behalten, denn das bis auf einige Beschriftungsvarianten unveränderte Modell ist immer noch das Maß der Dinge. Und nun die 212 – endlich! Jetzt ist sie da und überzeugt. Die im Unterschied zur 211 mit  Lamellenverschlüssen dargestellten vorderen Lüftereinlässe und der längere Vorbau tragen zum bulligen Erscheinungsbild des Modells bei. Daneben besitzt auch dieses Modell - wie bei Roco gewohnt - ein exzellentes Finish mit einer lupenreinen Beschriftung. Das Fahrwerk beruht auf der bewährten Konstruktion der 211 und kann als ruhig und sicher beschrieben werden. Mit diesem Modell ist den Österreichern wieder ein großer Wurf geglückt und man wird diese Maschine bestimmt auf unzähligen Modellanlagen wieder finden. Und wenn nicht in dieser Ausführung, dann die bestimmt später erscheinende und heute schon heiß ersehnte altrote Ausführung in der Epoche III. Aber wie schon zu Beginn des Beitrages angemerkt: „Vorfreude, ist die schönste Freude!“

Im Personenverkehr meist mit Silberlingen unterwegs - die Baureihe 212 als Roco-Modell

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