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In der Epoche III besaßen noch viele Güterwagen eine Handbremse in einem Bremserhaus auf einer entsprechenden Bühne. Trotz der heutigen Modell- und Variantenvielfalt bei den Modellbahnherstellern wird nicht jeder Wagen in dieser Ausführung angeboten. Will man sein Wunschmodell auch mit einer Bremserbühne auf die Reise schicken, hilft nur ein Anbau. In diesem Beitrag wird am Beispiel des Glmhs 38 von Roco gezeigt, wie dies dank der Teile der Firma Weinert-Modellbau zu einem Bastelspaß wird.
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Das Vorbild
Aus dem gedeckten Güterwagen der Bauart “Dresden” entstanden im Laufe seiner Entwicklung einige unetrschiedliche Wagenarten. Dabei wurde der Wagen durch Verbesserungen der Fertigungstechnik und dem Einsatz neuer Materialien stetig weiter entwickelt. Ab 1937 wurde der “Gls Dresden” geschaffen. Der großräumige, geschlossene Güterwagen führte ab Epoche III die Bezeichnung “Glmhs 38” und befand sich bis 1972 im Einsatz. Nur einige wenige Wagen überlebten als Dienstgüter- oder Bahnhofswagen bis in die Gegenwart. Der Glmhs 38 wurde als einer der ersten Güterwagen mit geschweißter Konstruktion erstellt und mit der neuen HiK-GP-Bremse ausgestattet. Sie erlaubte dem Wagen auch in Zugverbänden mit hoher Geschwindigkeit zu fahren. Die langen Blattfedern von 1.400 bzw 1.650 mm sorgten dabei für einen ruhigen Lauf. Ein Teil der Wagen war ohne, der andere Teil mit Handbremse - und damit auch mit einem Bremserhaus und Bühne - ausgestattet. Zu Beginn der 70er Jahre erhielten die verbliebenen Wagen ein neues Gattungszeichen und wurden zum “Gbls 244”.
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Das Roco-Modell
Seit über elf Jahren ist der gedeckte Güterwagen der Bauart “Dresden” als Glmhs 38 von Roco auf dem Markt. Der Wagen wird in der Epoche III sowohl in einer DR, als auch in der DB-Version angeboten. In diesem Beitrag wird der Umbau der DB-Version (Nr. 46105) gezeigt. Natürlich ist die DR-Version gleichermaßen geeignet und die folgenden beschriesbenen Arbeitsschritte sind die Gleichen. Als Zurüstteile kommen die Bremserbühne (Nr. 9262), das Bremserhaus (Nr. 9263) und zur Verfeinerung diverse andere Zurüstteile der Firma Weinert aus Weyhe-Dreye zur Anwendung.
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Der Umbau - das Untergestell
Man beginnt, indem man das Modell in seine Baugruppen - Untergestell, Aufbau und Dach - zerlegt. Das Untergestell entledigt man der Kupplungen, baut die Radsätze aus, schneidet die Rangiertritte ab und entfernt die Pufferteller. Um die laut Baubeschreibung nur geklebte Verbindung zwischen Bremserbühne und Unterwagen zu verstärken, benutzt man kleine Messingrohrstücke mit einem Durchmesser von 2 mm als “Dübel”. Dazu werden Löcher in die Pufferbohlen gebohrt. Die vorhandenen Hülsen der angegossenen Puffer dienen praktischer weise als Führung, Gleiches gilt für die gegenüberliegende Seite, da hier auch Federpuffer
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etwas zu lang ausgefallen sind und gegen die Pufferbohle des Unterwagens stossen. Ebenfalls ist darauf zu achten, dass die Bühne etwas nach links verschoben angebaut wird, da sonst die Ecken des Bremserhauses nicht mit den Streben des Bühnengeländers fluchten. Als Kleber für diese Verbindung ist Stabilität von Pattex zu empfehlen. Dieser ist nicht nur schnellhärtend (20 Minuten!), sondern auch spaltfüllend. So lassen sich kleine Ungenauigkeiten sehr gut ausgleichen. Auch empfiehlt es sich, mit diesem Kleber die Verbindung zwischen Bremserbühne und Füllstück zu verstärken. Nun bleibt noch die Kurbel der Handbremse abzuschneiden und die untere Horizontalstrebe des mittleren Feldes des Bühnengitters vorbildgerecht herauszutrennen. Die der Bremsbühne entgegen gesetzte Seite erhält neben Federpuffern mit Sockelplatten Rangiergriffe aus 0,3 mm dickem Messingdraht und zwei Rangiertritte mit Holztritten (Weinert Nr. 8737). Zur weiteren Verfeinerung kann das Untergestell mit einer Messing-Drahtverbindung zwischen den Bremshebeln und nach der Montage der beigepackten Bremsanlage mit Lösezügen (Weinert Nr. 92704) ausgestattet werden.
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Bremserhaus und Aufbau
Das Bremserhaus besteht aus fünf Weißmetallteilen und lässt sich leicht mit Sekundenkleber zusammenfügen. Dies sollte zu diesem Zeitpunkt geschehen, da das Bremserhaus für die Änderungen am Aufbau benötigt wird. Der Aufbau wird an den Stirnseiten ebenfalls unterschiedlich verändert. Beginnend mit der Bühnenseite werden die Seilösen an den Eckpfosten abgetrennt. Dem Bastelmesser fallen auch die linke der beiden mittleren Streben der Stirnwand, die über den Wagenkasten herausstehenden mittleren Strebenenden und die angegossenen Griffstangen zum Opfer. Ergänzt
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Der harte Betriebsalltag hat seine Spuren an den Wagen hinterlassen
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werden muss diese Seite mit Schlusscheibenhaltern (Weinert Nr. 8273), Griffen aus 0,3 mm dickem Messingdraht (Abstand 6 mm!) und einer neuen senkrechten Strebe. Diese entsteht aus einem 1 x 1 mm dicken Evergreen-Profil. Um die richtige Position für die Strebe zu ermitteln, wird das Bremserhaus als “Abstandhalter” benutzt. Die andere Seite wird ebenfalls der angegossenen Griffstangen entledigt. Wie zuvor ist jedoch auch hier darauf zu achten, dass die Nieten der Eckstreben nicht beschädigt oder gar abgetrennt werden. Diese Seite wird mit Stirnwandtritten (Bavaria Nr. 15.45), Schlusssscheibenhaltern, Stirnwandgriffen (Abstand 6 mm) und seitlichen Griffstangen (Abstand 12 mm!) ausgerüstet. Alle Griffe werden aus Messingdraht mit einem Durchmesser von 0,3 mm und nach dem Artikel “Griffstangen mit Flanschen” (Seite 29ff) im Hp 1 (Heft 17) gekröpft und mit Flanschen versehen. Zugegeben, eine nervenaufreibende Fummelei, aber der Erfolg belohnt den Bastler! Nun fehlen noch die vier Laschen an der linken und rechten Seite der Stirnwand. Sie werden aus 0,25 x 1 mm starken Evergreen-Profilen mit einer Länge von 3 mm geschnitten und aufgeklebt. Die Schrauben werden durch 0,2 mm Federbroncedraht (Bavaria Nr. 14.1) nachgebildet.
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Nun werden das Untergestell mit dem Bremserhaus, der Aufbau und das Dach zusammen gefügt. Sind die Achsen eingesteckt, ist das Modell fertig umgerüstet und kann, in den Zugverband eingefügt, auf große Fahrt gehen. Nicht so, wenn man das Modell noch mit Betriebsspuren versehen will. Dazu lässt man stark verdünntes Schwarz (z.B. von Revell) in die Fugen des Aufbaues laufen. Das Dach erhält auf dem Scheitel einen leichten, schwarzen Farbauftrag. Dieser soll die für die Epoche III charakteristischen Rußablagerungen nachbilden. Wichtig ist dabei, dass die Ablagerungen zum Dachrand schwächer werden. Danach sorgen Rost (Model Master “Leder” Nr. 1736) und “Schmutz” (Revell “Graphitgrau” Nr. 78) für die Spuren am Untergestell und am Aufbau. Mit der Spritzpistole lassen sich unterschiedliche Intensitäten und sanfte Übergänge realisieren. Dabei sollte der Auftrag von unten nach
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oben erfolgen. Die Intensität richtet sich nach dem Verschmutzungsgrad. Um die feinen Konturen des Wagens hervorzuheben, wird er zum Schluss mit einem ausgewischten Katzenzungenpinsel in “Basaltgrau” (RevellNr. 77) bestrichen. Der so umgebaute und zugerüstete Wagen ist ein typischer Vertreter der Epoche III und stellt eine weitere Variante im Fahrzeugpark dar, die im Zugverband und als einzelnes Modell für Abwechslung sorgt.
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Behutsam dirigiert der Rangierer den Schlusswagen Richtung Abstellgleis
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