05 003 von Micro-Metakit

„Was lange währt wird endlich gut!“

Ein Edelrenner in seiner ganzen Pracht – die BR 05.003 von Micro-Metakit.

Bereits vor neun Jahren kündigte die Edelschmiede Micro-Metakit den „Roll out“ für das Modell der späten BR 05.003 an. Nun hat sich das Warten gelohnt, denn Herr Passberger hat  Wort gehalten. Seit dem Sommer stehen verschiedene Ausführungen des edlen Renners auf den Modellgleisen.

Die Baureihe 05 beim Vorbild

Als Antwort auf die zunehmende Konkurrenz durch Diesel- und Elektrolokomotiven forderten die Dampflokanhänger Mitte der Dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts leistungsstärkere und vor allem schnellere Dampflokomotiven.  So konstruierte man bei Borsig eine Schnellzugmaschine der Bauart 2´C2´h3 mit einer Achslast von 20 t, einem Kesseldruck von 20 kp/cm² und einer indizierten Leistung von 2360 PS. Die ersten beiden Maschinen dieser neuen Baureihe 05 erhielten eine Stromlinienverkleidung und waren für Geschwindigkeiten von bis zu 175 km/h ausgelegt. Aufsehen erregte die 05.002, als sie während einer Versuchsfahrt auf der Strecke Hamburg-Berlin am 11. Mai 1936 eine Stundengeschwindigkeit von 200,4 km erreichte und damit einen Geschwindigkeitsweltrekord für Dampflokomotiven aufstellte. Für die dritte Maschine forderte die Reichsbahn ein Studienobjekt mit einem vorne liegenden Führerstand, um dem Personal einen besseren Überblick über die Strecke zu ermöglichen. So entstand 1937 bei Borsig die dritte Maschine mit einem Stirnführerstand und einem vorn liegenden Stehkessel. Durch diese Anordnung des Kessels war eine Befeuerung mit Stückkohle nicht möglich, sodass über eine 14 m lange Rohrleitung Kohlenstaub in die Feuerbüchse eingeblasen wurde.

Der Blick auf die Rauchkammer offenbar die vielen, filigranen Details.

Durchbrochene Handräder und freistehende Leitungen sind Micro-Metakit-Standard.

Da diese Befeuerung vermehrt zu Funktionsstörungen führt, wurde die Maschine 1944 umgebaut. Dabei drehte man den Langkessel, stellte die Befeuerung auf Stückkohle um und entfernte die Stromlinienverkleidung. Zudem erhielt die Lokomotive mit dem 2´3T38,5, den größten je bei der Reichsbahn gebauten Tender mit einem Fassungsvermögen von 38,5 m³ Wasser und 12 t Kohle. Nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches drohte allen Splittergattungen das aus. Durch den erst kurz zuvor durchgeführten Umbau war die BR 05.003 jedoch in einem solch guten Zustand, dass man sich 1950 entschied, die Maschine zu überholen. Dies geschah dann nicht bei Borsig, sondern bei Krauss-Maffei in München, da der Konstrukteur der BR 05, Adolf Wolf, in der Zwischenzeit dorthin gewechselt hatte. Im Rahmen dieser Überholung wurde der Kesseldruck aus Sicherheitsaspekten auf 16 kp/cm² verringert und die Wagner-Windbleche gegen die kleineren Witte-Windbleche ausgetauscht.

Bei der Nahaufnahme sind immer neue Details zu entdecken.

Die schnittig aussehende Maschine mit Ihren riesigen Treibrädern verrichtete danach im Bw Hamm ihren Dienst. Ihr Einsatz beschränkte sich auf Langläufe zwischen Berlin und Hamburg mit Tagesleistungen von bis zu 700 km. Der verminderte Kesseldruck wirkte sich natürlich negativ auf die Leistung der Lokomotive aus und bescherte ihr und ihren Schwesterlokomotiven bereits 1958 die Ausmusterung.  Leider ist nur die BR 05.001 der Nachwelt erhalten geblieben. Sie wird heute, wieder mit einer Stromlinienverkleidung versehen, im Verkehrsmuseum Nürnberg ausgestellt.

Während einer Betriebspause ist immer Zeit für ein kurzes Schwätzchen... Die silbernen Kesselringe stehen dem Modell übrigens gut, beim Vorbild waren aber nur 05 001 und 05 002 derart verfeinert. 05 003 hatte stets schwarze Kesselringe.

Für Genießer: Selbst der Führerstand ist komplett nachgebildet.

Die Loks werden ohne Brennstoff geliefert und geben den Blick in den Kohlekasten frei

05 003 als Kleinserienmodell

Die Präzisionswerkstatt Micro-Metakit, bekannt für erlesene Handarbeitsmodelle, hat bereits die beiden Schwestermaschinen, die BR 05.001 und BR 05.002, in verschiedenen Ausführungen hergestellt und zum Ende der 90er Jahre auf den Markt gebracht. In dieser Zeit wurde auch die Ursprungsausführung der BR 05.003, mit dem vorn liegenden Führerstand, realisiert und abverkauft. Bereits zu diesem Zeitpunkt kündigte man die umgebaute Version der 05.003 an. Seit dem Sommer ist es soweit und von den ursprünglich fünf Versionen werden nun noch vier unterschiedliche Ausführungen angeboten. Neben drei Reichsbahnversionen ist auch noch ein  Bundesbahnmodell Inhalt der Angebotspalette. Die Reichsbahnausführungen geben den Bauzustand nach dem Umbau 1944 wieder. So ist die Maschinen jeweils im Bauzustand 1945 mit grau/schwarzer Lackierung (97103 H), in fünffarbiger Streifentarnlackierung (97106 H) und im Bauzustand von 1947 in schwarz/roter Farbgebung (97104 H) erhältlich. In den Bundesbahnausführungen wird der Bauzustand vor dem Umbau von 1950 mit großen Wagner-Windleitblechen (97109 H) angeboten. Die auf den Abbildungen gezeigte Version (97105 H) - nach dem Umbau mit kleinen Witte-Windleitblechen - ist leider bereits ausverkauft, deshalb sollten sich Interessenten schnell über die Verfügbarkeit der verschiedenen Modelle im Internet www.micro-metakit.de oder direkt bei Micro-Metakit unter 0871-43457 informieren.

Ausführung der Modelle

Die Modelle sind in gewohnt exelender Qualität aus Messing und Edelstahl in Handarbeit gefertigt. Dabei wurde auch berücksichtigt, dass die 05.003 über eine andere Nachlaufachse verfügte als die beiden Schwestermaschinen. So sind die Achsen hier in den Drehgestellen gelagert, während bei den Schwestermaschinen die Achsen außen in Achsnarben stecken, die wiederum in Drehgestellblenden gelagert sind. Die maßstäbliche Wiedergabe, ebenso wie die saubere, seidenmatte Lackierung und die lupenreine Beschriftung, werden dem selbst sehr hoch angesetzten Qualitätsstandart der Kleinserienwerkstatt in jeder Form gerecht.

Auch ein schöner Rücken kann entzücken.

Für Wahr: Ein Star der Schiene und immer ein Foto wert – die BR 05.003.

Wie bei Micro-Metakit gewohnt, werden die Modelle über einen Glockenankermotor angetrieben. In Kombination mit gefedert gelagerten Kuppelachsen und Edelstahl-Finecale-Radreifen, verfügen die Maschinen über einen seidenweichen und schleuderfreien Lauf. Das die Lokomotiven mit komplett aufgerüsteten Pufferbohlen ausgeliefert werden ist bei Micro-Metakit selbstverständlich. Auch brauchen die vielen freistehenden Leitungen und die Armaturen mit ihren durchstoßenen Handrädern nicht besonders hervorgehoben werden, da sie selbst erklärter Standart der Filigrantechniker aus Landshut sind. Ein besonderes Highlight ist natürlich der komplett nachgebildete Führerstand mit einer Unzahl an feinen zum Teil farblich abgesetzten Armaturen. Aber auch der Tender ist sorgfältig und detailliert nachgebildet. Hier sind besonders die Rückfront und die filigranen Drehgestellblenden hervorzuheben.

Alles in allem, ein Augenschmaus der das Warten wert war und kaum einen Wunsch offen lässt...

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